Bericht 2025

Mitgliederversammlung Förderverein Münzinghof e.V. 17.05.25

Herzlich Willkommen am Münzinghof, Schön, dass Sie alle hier sind.

Für das Wetter sind ja immer die Gäste zuständig, wir hoffen, dass das Kaffeetrinken dann im Freien im Innenhof ohne Regen stattfinden kann. Bis jetzt sieht es ja so aus, als ob sie Ihre Aufgabe gut gemacht haben.

Beginnen möchte ich meinen kurzen Bericht mit Danken.

Dank an den Förderverein und hier natürlich besonders den 4 Vorständen für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

Ein herzliches Dankeschön an alle Spender. Wir sind sehr dankbar dafür und sehr froh, dass wir mit den Spenden immer etwas ganz Besonderes machen können.

Ein weiteres Dankeschön an Sie alle, an alle Angehörigen und gesetzlichen Betreuer:innen für die wirklich gute Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen.

Die Sommerferien beginnen in diesem Jahr am Samstag, den 02.08.25 (Abreisetag) und gehen bis Samstag den 23.08.25 (Rückreisetag). Es gibt wieder verschiedene Feriengruppen und auch hier nochmal ein herzliches Dankeschön, denn der Ferienfond vom Förderverein, der ja von ihren Spenden lebt, ist hier ein wichtiger Baustein für die Finanzierung der Ferien. Es ist immer eine große Herausforderung für unseren Ferien-Organisationskreis, dass wir genügend Ferienbegleiter finden und auch ordentliche Ferienunterkünfte zu vernünftigen Preisen.

Ich hoffe sehr, dass Sie alle die TV-Ausstrahlung am 13.04.25 um 19:15 Uhr im BR „Unter unserem Himmel“ „Leben auf dem Münzinghof“ gesehen haben. Falls nicht, ist der Film auch weiterhin in der Mediathek vom BR abrufbar. Dazu liegen hier vorne auch Flyer aus.

Für die Premiere dieses Films waren wir am Montag den 31.03.2025 zu einem sehr schönen Betriebsausflug ins BR Studio nach Nürnberg eingeladen. Neben Presse und Politik waren wir mit 190 Menschen vor Ort.

Wir haben ganz viele Rückmeldungen zum Film bekommen. Ein Schweitzer Radiosender möchte jetzt Interviews mit uns machen. Viele Bewerbungen sind gekommen und unser Onlineshop hat wirklich geboomt.

Bewohner

  • Seit der letzten Mitgliederversammlung sind mit Wolfgang Pressler und Frank Hübner zwei Münzinghofer Urgesteine verstorben sind.
  • Verlassen hat uns Melanie Fürst, sie war eine externe Werkstattmitarbeiterin und hat in Hersbruck gewohnt und ist jetzt nach Nürnberg gezogen.
  • Neu an den Münzinghof gezogen ist Heidi Bauer. Sie wohnt seit November im Bauernhaus und hat sich gut eingelebt, herzlich willkommen Familie Bauer.
  • Aktuell sind 5 Lebensplätze nicht besetzt.
  • Im Juli wird Joshua Schönfeld in den Sonnenwinkel ziehen und im September Julian Muffat ins Haus am Eulenweg. Beide waren bisher externe Werkstattmitarbeiter und ziehen nun an den Münzinghof.
  • Eva Bauer macht gerade eine vielversprechende Kennenlernzeit in der Tenne. Da werden wir sehen was ich dann nächstes Jahr berichten kann, aber soweit ich das mitbekomme sieht es gut aus und Eva gefällt es bei uns.
  • Somit sind dann voraussichtlich nur noch 2 Lebensplätze frei.

Personalsituation

  • Arkadenhaus – neue Situation
  • Junge Leute – viele Freiwillige aus dem Ausland haben hier Zuckerfest gefeiert. Leider fehlen weiterhin noch einige junge Leute.
  • Eine neue Familienhilfe fürs Haus am Garten gefunden, Andrea Schlierf aus Gerhelm
  • In der Käserei gibt es Wechsel bei den Gesellen
  • In der Verwaltung ist Bianca Stieg neu dazugekommen (kurze Vorstellung) und nächstes Jahr wird uns Doris verlassen und dafür wird im Herbst noch jemand eingestellt.
  • Feriengruppenbegleiter werden gesucht.

Neubauten

  • Die Oberflächenwasserversickerung wurde abgeschlossen – Gesamtkosten knapp 400.000 €.
  • Pavillon – Fertigstellung ca. 1,2 Mio€ Gesamtkosten und seit Anfang April in der Nutzung. Der 8. Tisch isst dort jeden Mittag und auch die Ruheräume für die externen Werkstattmitarbeiter kommen sehr gut an. Es gab auch schon 3 wunderschöne Kneipenabende in der neuen Kneipe. Der Pavillon war ja auch ein Experiment bezüglich seiner ökologischen Bauweise in Holzständer mit Strohdämmung und Lehmputz. Dabei wurden z.B. 7.500 kg Stroh verbaut und 7.060 kg Konstruktionsholz und 4.270 kg Nadelschnittholz. Außerdem 1.400 kg Holzparkett, 3.170 kg Lehmputz und 2.050 kg Lehmbauplatten. Durch diese Bauweise hat das Gebäude eine wirklich sehr gute Ökobilanz und ein sehr gutes Raumklima. Sie können heute Nachmittag, wenn auch die Werkstätten geöffnet sind, auch gerne einen Blick in den Pavillon werfen. Wenn gewünscht, werden wir auch die eine oder andere Führung im Gebäude anbieten, wobei das ja nicht so riesig ist.
  • Nach dem Auszug von Gabi und Stephan Offermanns als Hausverantwortliche aus der Tenne wurde ihre bisherige Wohnung in der Tenne kernsaniert und Gabi und Stephan sind in die Bergleite gezogen.
  • Im April ist dann der 8. Tisch von der Bergleite in den Pavillon gezogen und aktuell werden diese Räumlichkeiten umgebaut damit wir dann ab Sommer wieder mehr Wohnraum für Mitarbeiter und Praktikanten haben.
  • Neubau Michaelihaus ist in Planung. Das Konzept und die Entwürfe sind fertig und der Bauantrag sowie der Finanzierungsantrag sind gestellt. Wenn alles klappt, dann werden wir im Herbst 2026 das alte Michaelihaus abreißen und noch in 2026 mit den Erd- und Fundamentarbeiten beginnen. Dann könnte Anfang 2027 mit dem Rohbau, der ja komplett mit ökologischen Baumaterialien aus Holz, Stroh und Lehm sein wird, begonnen werden und in 2027 der Bau soweit dicht gemacht werden, dass dann im Winter 27/28 der Innenausbau beginnen könnte und Ende 2028 könnte der Bau abgeschlossen sein. Das ist ein mögliches aber auch ein sehr sportliches Ziel. Das Besondere an dem Haus wird sein neues Konzept sein. Unser Hauptprodukt wird auch weiterhin das klassische Familienwohnen sein. Aber wir merken bei Menschen, die schon länger hier am Münzinghof leben, dass dieses relativ enge Konzept auch immer wieder Grenzen aufzeigt. Und zwar auf beiden Seiten, bei Bewohnern und Mitarbeitern. Dieses Haus soll zum einen mehr Individualität und Freiheit bieten und zum anderen auch Lebensraum für Menschen mit höheren Herausforderungen bieten. Wir werden damit nicht auf den Markt gehen. Das soll den Menschen am Münzinghof mehr Möglichkeiten bieten bei mehr Vielfalt dennoch hier bleiben zu können. Die Menschen der InWo werden z.B. dann aus dem alten Haus in das neue Haus ziehen. Natürlich muss neben einem tollen Konzept und der ökologischen Bauweise auch eine leistbare Finanzierung auf die Beine gestellt werden. Die aktuelle Kostenberechnung nach DIN geht von ca. 7 Mio€ Gesamtkosten aus. Wenn die staatlichen Finanzierungsmittel und Stiftungsmittel wie aktuell angedacht bestätigt werden, dann benötigen wir „nur noch“ ca. 450.000 € an Eigenmitteln. Das ist natürlich viel Geld, aber das ist auch eine sehr schöne und wirksame Hebelwirkung. Heruntergebrochen bedeutet das, dass z.B. eine Spende in Höhe von 1.000 € uns durch diesen Effekt hilft Baukosten von 15.000 € abzudecken. Denn die Zuschüsse von Staat und Stiftungen laufen nur, wenn wir es schaffen die Eigenmittel zu stemmen. Und da kommen sie alle jetzt ins Spiel, denn wir zählen auch darauf, dass sie alle mithelfen. Dabei meinen wir nicht, oder nicht nur, dass Sie selbst möglicherweise Spenden, sondern sie alle überlegen, ob sie in ihren Umkreisen und Netzwerken Menschen, Firmen oder Stiftungen kennen, die wir ansprechen oder irgendwie aktivieren könnten. Sollten Sie dazu Ideen oder Fragen haben, dann kommen Sie gerne auf mich zu. Wir würden uns über Ihre Unterstützung sehr freuen. Hier vorne liegen auch Flyer für das Projekt Michaelihaus aus.
  • Unsere Landwirte planen die Erweiterung des Kuhstalles, damit wir dann Muttergebundene Kälberhaltung ermöglichen können. Auch die Güllegrube ist nach den neuesten Düngeverordnungen zu klein und wir müssen eine neue doppelt so große bauen. Insgesamt gehen wir hier von einer knappen Million an Baukosten aus. Hier wollen wir nun die Finanzierungsmöglichkeiten klären um dann evtl. nächstes oder übernächstes Jahr in die Umsetzung gehen zu können.
  • Vom AgroForst oder KeylineDesign Projekt hatte ich beim letzten Mal schon berichtet. Hier geht es um die Gestaltung der Landschaft damit bei Starkregen möglichst wenig Schäden entstehen und für Trockenheit möglichst viel Wasser in der Landschaft gespeichert werden kann. Hier soll nun im Herbst die Außenfläche der Gärtnerei neu gestaltet werden.
  • Oben am Buchenhaus entsteht gerade ein kleiner Anbau der von unseren Hausmeistern in Eigenleistung geplant und umgesetzt wird.
  • Die schönen Bäume in unserer Kastanienallee sind leider krank. Hier sieht es im Moment so aus, dass wir voraussichtlich 14 Bäume entnehmen und dafür dann neue Bäume pflanzen müssen. Die Entfernung eines Baumes samt Wurzelstock und die Pflanzung eines neuen Baumes kostet ca. 1.000 €. Wenn es im Laufe des Jahres dann klar ist was zu tun ist, dann haben wir die Idee für die Finanzierung der Bäume über Baumpatenschaften nachzudenken. Vielleicht erfahren Sie dann im nächsten Rundbrief bzw. dem neuen, wie ich finde, tollen Newsletter vom Förderverein mehr darüber, dann wissen sie schon mal was damit gemeint ist.

Förderziele

  • Ferienfond ist sehr wichtig, zum einen werden die Unterkünfte immer teurer und es ist immer schwieriger Begleiter zu finden. Deshalb bitten wir hier auch weiterhin um Unterstützung im nächsten Jahr.
  • Der Therapie- und Bewegungsfond ist auch sehr wichtig. Gerade zum Ausprobieren für neue Angebote oder für Menschen, die kein oder wenig Geld haben hilft der Fond sehr.
  • Michaelihaus
  • Baumpaten

Allgemeine politische Lage ist schwierig und herausfordernd

  • Die öffentlichen Kassen sind leer und es wird immer lauter über die Abschaffung der Werkstätten diskutiert.
  • Ich kenne z.B. einen Brief der AfD Karlsruhe der Vorschläge zur Kosteneinsparung macht. Wenn sie den lesen läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Da wird offen von der Abschaffung jeglicher Behindertenhilfe gesprochen. Behinderte braucht man nicht.
  • Besuch Bezirkstagspräsident Mittelfranken – Herr Peter Daniel Forster am 22.04. – hier haben wir auch das Thema der viel diskutierten Forderung der Schließung von Werkstätten besprochen und wir sind froh, dass Herr Forster das Thema so sieht wie wir. Nämlich, dass es auch in Zukunft Werkstätten wie uns braucht. Bei diesen Diskussionen in der Öffentlichkeit fällt uns immer wieder auf, dass unsere Menschen, also Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung, so gut wie keine Stimme haben. Da braucht es mehr die Stimme der Angehörigen, also von euch allen. Ein kleines Beispiel dazu ist der mittelfränkische Behindertenrat, hier sitzen natürlich auch Menschen mit Behinderung drin. Aber das sind meistens geistig fitte Menschen mit einer körperlichen Einschränkung und die sprechen dann so Sätze wie „in einem Heim wohnen wäre für mich die Höchststrafe“. Auch das hat Herr Forster verstanden und will das Thema mit nach Ansbach nehmen und sich für unsere Menschen einsetzen.
  • Einen weiteren hohen Besuch erwarten wir am 31.07., denn da kommt die Bayerische Staatsministerin für Soziales, Frau Ulrike Scharf, zu uns zu Besuch. Natürlich werden wir auch da versuchen unsere Themen gut zu platzieren.
  • Wir hatten Besuch von einer Gruppe aus Schweden, die über das Bayerische Landwirtschaftsministerium gekommen ist und sich für die Demeter Bewirtschaftung interessiert hat.
  • Regionalwert Ermittlung der Neumarkter Lammsbräu – dabei wurde festgestellt, dass wir pro Jahr ca. 270.000 € an Regionalwert, also z.B. Bodenverbesserung oder unsere Aktivitäten in der Region und die Zusammenarbeit mit anderen Bauern oder Unternehmen, erbringen, der aber in keiner Finanzbilanz auftaucht.
  • Anthropoi Bundesverband – unser Fachverband – hat jetzt einen inklusiven Vorstand. 2 Menschen mit Hilfebedarf sind seit der letzten Mitgliederversammlung ordentlich gewählte Vorstände.
  • Änderung der AVPfleWoqG (Ausführungsverordnung des Pflege Wohn Qualitäts Gesetzes) zum 01.01.2025 – Umfassender Bestandsschutz baulicher Anforderungen für besondere Wohnformen, die vor dem 01.09.2011 bestanden haben oder für die eine Baugenehmigung beantragt oder erteilt wurde; gilt für: Barrierefreiheit, Zugang zu Sanitärräumen und Flächen von persönlichen Wohnräumen, Zuordnung von Gemeinschaftsräumen – davon ausgenommen ist nur der so genannte Verbrühschutz.

Sonstiges

  • Umstellung des Geldflusses über die Konten unserer Bewohner ist bis auf zwei drei Einzelfälle, mit denen wir nochmal ins Gespräch gehen werden, abgeschlossen. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Geldströme ordnungsgemäß über die Konten unserer Bewohner fließen. Zum einen ist es vom Gesetz so vorgeschrieben und zum anderen haben Sie, also alle Betreuer, dann auch die Möglichkeit der Überwachung der von der Grundsicherung zulässigen Vermögensgrenzen. Hier nochmal der Hinweis, das ist nicht unser Job vom Münzinghof-Büro sondern die Aufgabe der Betreuer oder Vertreter der Menschen.
  • Bitte behalten Sie auch des Thema Behindertentestament im Kopf. Zum einen mit dem Blick ihr Vermögen rechtzeitig zu schützen und natürlich besteht auch die Möglichkeit einer testamentarischen Zuwendung an den Münzinghof, aber das nur als Randbemerkung. Sollten dazu Fragen sein, dann kann Ihnen der Förderverein oder auch ein uns bekannter Notar in Nürnberg beratend zur Seite stehen.
  • Es gab nun schon seit 2018 keinen Tag der offenen Türe mehr am Münzinghof. Das war natürlich zum Großteil auch Corona geschuldet. Wir wurden nun vom Landratsamt angefragt, ob wir evtl. in 2026 den Tag der Regionen am Münzinghof veranstalten wollen. Das wäre natürlich ein schönes Event, aber auch ein sehr herausforderndes. Hatten wir 2018 ca. 7.000 Besucher, so kann man beim Tag der Regionen mit 10-12.000 Besuchern rechnen. Allerdings helfen dann auch der Landkreis und die Stadt Velden und die umliegenden Vereine zu großen Teilen mit. Im Moment wird die Verkehrs- und Parkplatzsituation für das Fest geklärt, denn es macht nur Sinn, wenn niemand hier zum Münzinghof hochfahren darf und es dann Shuttlebusse zu anderen Parkmöglichkeiten gibt.
  • 2018 haben wir unser 40-jähriges gefeiert, somit feiern wir 2028 dann 50 Jahre Münzinghof, mal sehen, was uns da so alles einfällt.
  • Ich habe die ehrenvolle Aufgabe euch darauf hinzuweisen, dass es später beim Kaffeetrinken einige dieser tollen T-Shirts, das ich hier trage, in vielen schönen Farben gegen eine Spende von 20 Euro pro Shirt zu erwerben gibt.

(M. Taubmann)